Falsch gedacht
„Autsch! Mensch, du schockst mich aber! Ich habe eine frisch operierte Schulter – hätte nicht gedacht, dass du so fest zupacken kannst!“ Das durfte ich mir neulich anhören, als ich jemandem neu vorgestellt wurde, höflich die Hand nahm und sie beherzt schüttelte.
Tja, was erwidert man darauf? Nur weil ich chronisch krank bin, leide ich weder an Muskelschwund noch an Muskelschwäche. Ich leide an ME CFS. An schlechten Tagen mit PEM wandern schmerzhafte Entzündungen durch meinen Körper und Erschöpfung lähmt mich. Aber an guten Tagen funktionieren meine Muskeln beim Händeschütteln ganz normal.Dieser Moment hat mich mal wieder zum Nachdenken gebracht, besonders über das Thema Anteilnahme. Mir ist aufgefallen, dass es davon zwei Sorten gibt. Da ist zum einen die informierte Anteilnahme von Menschen, die sich wirklich auf das Thema einlassen. Sie nutzen das Internet, informieren sich vorab und plaudern mit mir über Gott und die Welt. Das tut unglaublich gut, wenn es jeweils auch nur für eine kurze Zeitspanne möglich ist.
Und dann gibt es die uninformierte Anteilnahme von Menschen, die von mir erwarten, dass ich ihnen die Pathologie und Symptomatik meiner Erkrankung erkläre. Sie verschwenden keinen Gedanken daran, dass ich das vielleicht schon zum hundertsten Mal tue. Wenn ich schon die Kraft für ein Gespräch aufwende, möchte ich mich doch viel lieber auf erfreuliche Dinge konzentrieren.Ist das denn so schwer zu verstehen?
* Text anhand diktierter Notizen mit Hilfe von KI erstellt
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