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Sudoku gelöst

Heute habe ich ein Sudoku gelöst, der Tag hat Potenzial! Nach meiner COVID-19-Infektion im Januar 2021 verweigerte mein Gehirn oft einfach die Arbeit. Um zu prüfen, ob und wie es funktionierte, begann ich, täglich Sudoku zu spielen. Was zu Beginn ein einfacher Test war, hat sich zu einem festen Ritual entwickelt – einem persönlichen Frühwarnsystem. Das morgendliche Sudoku in der Tageszeitung zeigt mir in drei Stufen, was mich erwartet: - Grünes Licht: Wenn ich das Sudoku ohne Probleme lösen kann, weiß ich, dass mein Gehirn arbeiten mag und ein entspannter Tag vor mir liegt, kognitive Arbeit ist im normalen Rahmen - eine bis zwei Stunden mit Pausen - möglich. - Gelbe Karte: Wenn ich Fehler mache und hängen bleibe, signalisiert das, dass es heute schwieriger wird und ich mich zurücknehmen muss. Alles, was sich auf später verschieben lässt, muss warten. - Rotes Tuch: Wenn ich die Muster nicht erkenne und einfach keine Lösung finde, ist das ein deutliches Zeichen: Mein Gehirn braucht...

Selber bezahlt

Mein Arzt in der Long Covid-Sprechstunde sagte mir klipp und klar: "Ich kann nichts für Sie tun, ausser vielleicht über Off-Label-Medikamente einige Symptome lindern." Er verschrieb mir ein Medikament, das normalerweise Suchtkranken bei Entzugserscheinungen hilft – eine Therapie, die von der Grundversicherung gedeckt ist. Doch in meinem Fall war alles anders. Ich benötigte nur einen Bruchteil der üblichen Dosis, genauer gesagt einen Hundertstel. Solch eine geringe Dosis ist nicht standardmässig erhältlich und muss in einer Apotheke speziell angefertigt werden. Um die Kostenübernahme sicherzustellen, reichte mein Arzt einen Antrag samt Begründung bei der Krankenkasse ein und fügte alle relevanten Untersuchungsergebnisse bei. Die lapidare Antwort der Krankenkasse: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass das gewünschte Medikament aus der Grundversicherung nicht gedeckt ist.“ Na dann, herzlichen Dank auch für die seriöse Prüfung des Gesuchs...! Weitere Informationen: - https:/...

Welt geschrumpft

Jeder Schritt vor die Tür ist eine Mission, die sorgfältig geplant sein muss. Neulich, für einen simplen Gang zum Arzt, um Medikamente zu holen, habe ich mich vorbereitet, als ginge es auf eine Weltreise: Sonnenhut, Sonnenbrille und Gehörschutz waren meine Begleiter für die kurze, dreiminütige Zugfahrt. Im Zug selbst habe ich mich mit dem Rücken zum Geschehen an die Wand gestellt, die Augen fest auf einen Punkt gerichtet, um nicht von der Bewegung der Mitreisenden oder der vorbeiziehenden Landschaft überfordert zu werden. Meine Welt ist klein, auf wenige, kalkulierte Ausflüge pro Woche begrenzt. Mehr als ein bis zwei Unternehmungen, und mein System ist überfordert. Deshalb bleibe ich am liebsten einfach zu Hause. Meine 70 Quadratmeter große Wohnung ist mein sicherer Hafen. Hier kann ich mich frei bewegen, bin ich noch genügend selbstständig, ohne mir Gedanken über die unkontrollierbaren Reize der Aussenwelt machen zu müssen. Um dennoch ein Stück Freiheit zu bewahren, haben wir uns ein ...

Klavier verschenkt

Mein neues Leben ist anders als alles, was ich bisher kannte. Vieles ist nicht mehr wie gewohnt möglich, beim Lesen zum Beispiel verliere ich ständig den roten Faden.  So habe ich mich von Dingen getrennt, die in meinem neuen Leben keine Rolle mehr spielen und zum Ballast geworden sind. Mein Klavier ist verschenkt wie auch meine Bücher bis auf ein paar wenige Kostbarkeiten. Meine Fachbibliothek ist entsorgt -  wie schnell sind geschriebene Worte überholt, nicht mehr aktuell, hat sich Fachwissen weiterentwickelt. Meine Aufgabe im Moment ist es, ein neues Selbstverständnis zu entwickeln.  Damit bleibt es spannend.

Diagnose gestellt

Im Dezember 2024 habe ich mich bei der Long Covid-Sprechstunde am KSW angemeldet und ein Diagnostikverfahren eingeleitet, weil es mich zunehmend belastet hat, keine offizielle Diagnose zu haben. Im März 2025 erhielt ich die Diagnose *Post Covid. Es folgten weitere Abklärungen. Im Juli 2025 stellte der Neuropsychologe eine leichte bis mittlere Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit fest. Und im August 2025 wurde am KSSG die Diagnose *ME CFS gestellt. Mein *Bell Score liegt bei ca. 35, AUF 100%. Dies alles hilft mir sehr - insbesondere weil ich jetzt verstehe, warum ich nur ca. 4h tägliche Aktivitätszeit 'leisten' kann, warum ich kognitiv so schnell ermüde, warum angeregte Gespräche, Geräusche, Licht und Betrieb meinen Akku im Schnelllauf entleeren und warum Sitzen - vom Stehen gar nicht zu reden - nur minimal möglich ist. Seit 2021 habe ich vier massive bleibende Zustandsverschlechterungen erlebt. Therapie gibt es noch keine und ich habe alle Absicht, meinen aktuellen Z...