Leben ausgesperrt
Der größte Schmerz, den die chronische Krankheit ME CFS mit sich bringt, ist die erzwungene Isolation – die Notwendigkeit, das echte Leben auszusperren. Um Aufregung und emotionale Ausschläge, egal ob positiv oder negativ, tunlichst zu vermeiden, ziehe ich mich in eine Parallelwelt zurück und beschäftige mich mit völlig unwichtigen Dingen.
Ein aktuelles Beispiel ist die Schweizermeisterschaft im Zughundesport, die gerade in unserer Region stattfindet. Unser Sohn, der Fünftplatzierte der letzten Weltmeisterschaft, tritt dort an.
Obwohl das Rennen direkt vor der Haustür liegt, ist eine Teilnahme für mich unmöglich. Ich weiß, dass ich mich innerlich zu stark engagieren und mitfiebern würde. Daher bleibe ich zu Hause, höre langweilige Hörbücher, vermeide Gedanken ans Rennen und liege vor mich hin. Am Abend werde ich lediglich ein paar Stichworte zum Verlauf und zur Platzierung erfahren – das muss genügen.Dieses Verhalten, mich so radikal zurückzuziehen und jede Art von innerem Mitgehen zu vermeiden, widerspricht vollständig meinem Naturell. Ich muss mich immer wieder dazu zwingen - und es schmerzt.
* Text anhand diktierter Notizen mit Hilfe von KI verfasst
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