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Austausch pausiert

Regelmäßig erreichen mich liebe Einladungen von Freunden für ein Telefonat oder ein kurzes Besüchlein. So gerne ich würde, ich muss meistens ablehnen oder die Treffen auf Tage legen, die komplett frei von anderen Aktivitäten sind.  Oft weiche ich auf zeitversetzte Kommunikation wie Text- oder Sprachnachrichten aus. Das schenkt mir wertvolle Pausen und die Gelegenheit, mich innerlich zu sammeln. Direkte Gespräche gehören für mich nämlich zu den anstrengendsten Dingen überhaupt: Die Interaktion läuft schnell, es gibt keinen Replay-Knopf und keine Pausentaste. Je tiefgründiger die Themen werden, desto schwerer fällt mir die Informationsverarbeitung und entsprechend schnell leert sich mein Akku.  Analytisches und komplexes Denken überfordert mich schon lange und hat in der Vergangenheit zu einer der ersten massiven, bleibenden Verschlechterungen meines Zustands geführt. Natürlich leiden meine Beziehungen unter dieser Situation. Umso dankbarer bin ich für jeden Menschen, der sich a...

Hinunter geworfen

Heute früh habe ich mit Josie eine kurze Runde um den Bahnhof gewagt, wo sie unter den Bäumen zwei tote Jungvögel entdeckt hat, deren Federkleid noch nicht einmal richtig ausgebildet war. Bei den aktuellen heissen Temperaturen bis um die 37 Grad liegt die Vermutung nahe, dass sie entweder aus dem Nest geworfen wurden oder der extremen Hitze zum Opfer gefallen sind. Ich kenne mich da natürlich zu wenig aus, aber in der Natur gilt ja oft das gnadenlose Prinzip, dass die Schwachen eliminiert werden. Da wird mir wieder einmal bewusst und ich bin froh darüber, dass wir als Menschen in dieser Hinsicht zumindest einen Schritt weiter sind. * Text anhand diktierter Notizen mit Hilfe von KI erstellt

Flach gelegt

In vier Wochen sollen unsere Campingferien in den Bergen starten, doch mein Körper macht mir vorläufig noch einen Strich durch die Rechnung. Nach einem erneuten Sturz auf der Strasse, nachdem ich mich spontan nach einem heranstürzenden Hündchen umgedreht hatte, und einer tagelangen Welle von Schwindel und Übelkeit kostet mich jede Bewegung immer noch unheimlich viel Kraft und Konzentration. Besonders das Drehen, Bücken und längere Strecken gehen sind momentan eine echte Herausforderung, sodass ich mich wieder ganz langsam an die Bewegung herantasten muss. Nachdem ich vor zwei Tagen mit mühsamen 340 Schritten gestartet bin, waren die 2000 Schritte gestern in Begleitung von Urs und Josie ein riesiger Erfolg. Heute hat mich die drückende Sommerhitze allerdings nach nur 300 Schritten wieder zur Umkehr gezwungen, was zeigt, wie unberechenbar der Weg der Besserung ist. Gerade deshalb sehne ich mich so sehr nach der kühlen, erholsamen Bergluft. Bis es so weit ist, heisst es für mich: einen...

 Crash vorgebeugt

Die einzige wirksame Strategie gegen Crashes ist Anstrengung vermeiden. Das bedeutet, die Dusche mindestens fünf Tage aufzuschieben, um den normalen Alltag zu bewältigen, zum Beispiel Essen zuzubereiten. Das bedeutet, die Haare kurz zu tragen, um auch nach Tagen des Liegens noch so etwas wie eine Frisur zu haben. Das bedeutet, zuzusehen wie die Fussnägel wachsen im Wissen, dass die Energie nicht ausreicht, sie selber zu schneiden. Ich mag es nicht, nur 'halb' gepflegt zu sein. Aber heute Nachmittag setze ich alles auf eine Karte: Ich werde duschen und die Haare waschen, mich hübsch anziehen und ein Konzert besuchen. Das bedeutet im Vorfeld Rückzug, kein Gespräch, alleine mit meinen Gedanken.  Die 'selbst gewählte' Einsamkeit ertragen zu müssen, ist manchmal wirklich herausfordernd. Ich hoffe so sehr, dass sie sich lohnen wird. Dass ich das Konzert geniessen kann. Sitzkissen und Gehörschütze sind gepackt. Und morgen werden wir sehen, ob die Vorsorge ausgereicht hat......

Pille geschluckt

Eine kleine blaue Pille macht mir seit Kurzem Hoffnung auf Linderung meiner Symptome. Es ist ein Antihistaminikum, auf das ich per Zufall durch die Erfahrungsaustausch-Gruppe gestossen bin. Ich recherchierte und fand ein Präparat, das genau die Kombination an Beschwerden abdeckt, an der ich seit Jahren leide und die sich mit meiner ME-Erkrankung noch verschärft haben. Nachdem vor ein paar Wochen eine schmerzhafte Hautreaktion eskalierte, wagte ich den Versuch. Die Wirkung ist positiv: Meine Nase schwillt nachts nicht mehr zu, die Blähungen sind weg, meine Augen jucken nicht mehr und die Haut hat sich beruhigt. Natürlich hatte ich all diese Symptome längst ärztlich abgeklärt. Der Augenarzt verschrieb Tropfen, die Hausärztin empfahl Salbe für die Haut, gegen die Blähungen half Schonkost und gegen die verstopfte Nase ein Erkältungsmedikament. Das Problem: Kein Arzt hat je eine ganzheitliche Anamnese gemacht. Jeder fokussierte sich isoliert auf sein Fachgebiet, niemand blickte über den Tel...

Zu Tränen gerührt

Wir sitzen vor dem Camper, gerade mal eine Stunde von zuhause entfernt, und doch fühlt es sich nach einer ganz anderen Welt an. Am Sonntag sind wir auf dem Campingplatz eingetroffen. Am Dienstag war der erste kurze Spaziergang möglich, der uns hundert Meter über die Campinggrenze hinausführte - der Rückweg gekrönt von einem Zwischenstopp im Camping-Restaurant für einen Coupe Romanoff. Am Mittwoch früh habe ich Urs dann auf die Hunderunde begleitet. Es war einfach überwältigend schön. Der Blick über den Rheinkanal verlor sich in der Weite, eine frische, kühle Brise wehte uns um die Nase, wir haben ein Schwanennest entdeckt und auf der Weide standen 'wollene' Kühe – um uns herum nichts als Grün, soweit das Auge reicht. Vor lauter Schönheit sind mir die Tränen gekommen. Zuerst hatte ich Bedenken, ob meine Energie für den Weg reichen würde. Aber jetzt bin ich einfach nur unendlich froh, dass ich mitgegangen bin. * Text anhand diktierter Notizen mit Hilfe von KI erstellt

Grüsse aus Brainfogistan 3

Während dem Essen: Ich fummle meine Lippensalbe aus der ME-Büchse und crème mir die Lippen ein. Dann: 'Ich wollte mir doch gar nicht die Lippen eincrèmen...? Während dem Essen! Was wollte ich denn...? Hmmm.... Ah, ich wollte meine Tabletten herauszählen...'