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Blog geschrieben

Keine Energie, aber Blog schreiben? Das fragte sich eine Freundin von mir – und mit ihr sicher viele andere.  Jemand, der mir sehr nahe steht, schrieb mir sogar: "Wenn ich dir nicht blind vertrauen würde, würde ich denken, deine Beschreibungen seien ein Witz."  Ähnliche Verwirrung entsteht, wenn ich von Spaziergängen mit meinem Hund im Wald erzähle. Doch die Realität ist komplexer. Wenn ich eine Idee für einen Blogpost habe, diktiere ich Notizen in eine E-Mail, die ich dann in ein Tool wie Gemini kopiere. Dieses verwandelt meine Gedanken in einen flüssigen Text. So kann ich, selbst liegend vom Sofa aus, Inhalte erstellen - genau dann und in dem Tempo, das meine Tagesform erlaubt. ​Auch die Spaziergänge mit dem Hund sind nicht, was sie scheinen. Oft übernimmt Urs die Runden, aber ein- bis zweimal pro Woche kann ich alleine gehen. Längere Strecken oder Anstiege bewältige ich mit einem Zuggeschirr. Was sportlich aussieht, ist in Wahrheit eine Gehhilfe: Der Hund liefert die Energ...

Im Crash gelandet

Während des 48-Stunden-EKGs traten ab der Anbringung der Sensoren starke körperliche Reaktionen auf. Anfängliches Jucken und Kitzeln an den Kontaktstellen entwickelte sich im Verlauf der Tragezeit zu zunehmenden, starken Schmerzen. Zur Linderung der Schmerzen habe ich am 1. Tag 600 mg und am 2. Tag 1200 mg Ibuprofen eingenommen, die Symptome waren im stillen Liegen am besten aushaltbar. Unmittelbar nach dem Entfernen der Sensoren war an den Kontaktstellen eine starke und großflächige Hautreizung sichtbar, die ich mit einer Salbe gegen Ekzeme behandelt habe. Am Abend nach der Entfernung der Sensoren kam es zu einem Zustand grosser Erschöpfung, der sich am Folgetag als Crash äußerte. Während dieses Crashs ertrug ich keine Ansprache und verbrachte die meiste Zeit im Erschöpfungsschlaf. Gewöhnliche Tätigkeiten wie Kochen waren unmöglich, Gehen kaum. Lesen, strukturiertes Denken, Gespräche führen waren unmöglich. Begleitend traten Symptome wie blasse Haut und Taumeln auf.  Die Abdrücke ...

Wocheneinkauf geschafft

Früher fuhr ich einmal pro Woche zum Supermarkt, um Vorräte für meinen Mann, unsere vier Teenager und einen ganzen Zoo an Haustieren aufzufüllen. Es war Routine, anstrengend, aber auch befriedigend. ​Heute ist schon der Einkauf für zwei eine Herausforderung, die ich nur gemeinsam mit Urs bewältigen kann. Aber an kühlen Morgen wird unser Hund Josie vor den Bollerwagen gespannt und wir ziehen los. Dieses kleine, gemeinsame Abenteuer ist ein kostbares Gut. Auf ihrem Youtube-Kanal kann man sehen, wie viel Spass wir daran haben. Zu Hause räumt Urs das ganze Equipment weg und wir verstauen die Einkäufe, bevor ich zurückkehre auf mein Liegesofa. Dort verbringe ich den Rest des Tages, um meine verbliebenen Ressourcen nicht zu plündern.  Dieser eine Ausflug mit Josie ist es wert, viel anderes zurückzustellen. Link zum Einkaufs-Film: https://youtube.com/shorts/2vsk6EjSSHM?si=xwBDhcTFUnuYovE_ * Text anhand diktierter Notizen mit Hilfe von KI verfasst

Illusionen geraubt

Nach einer umfangreichen Labordiagnostik besprach ich gestern mit meiner Hausärztin die Blutwerte. Das Ergebnis war eigentlich positiv: Alle wichtigen Werte für Vitamine, Magnesium und Co. lagen im Normbereich. Ich muss also nichts substituieren und kann alle Nahrungsergänzungsmittel absetzen. Damit hat mir die Ärztin die letzte Illusion genommen, selbst aktiv etwas an meiner Situation verbessern zu können. ​Als mir der Arzt in der Long-COVID-Sprechstunde sagte, er könne nichts für mich tun, perlte das noch an mir ab. Es war ein abstraktes Urteil. Doch jetzt, mit den perfekten Blutwerten, wurde es persönlich. Keine Pille hilft. Die einzig verbliebene Strategie ist die Einnahme von Schmerzmitteln bei zu starken Entzündungsschmerzen und Pacing – das große Nichts-Tun. Ich bin auf eine passive Rolle reduziert...  Das steht in einem so starken Widerspruch zum modernen Verständnis von Medizin: Es gibt nichts, was ich tun kann – außer nichts tun. * Text anhand diktierter Notizen mit Hil...

Geissblatt erschnuppert

Der Tag, an dem ein Brot im Ofen verbrannte, war der Beginn einer seltsamen Erkenntnis. Zunächst schob ich es auf Unachtsamkeit, doch als mir das Essen immer häufiger verkohlte, dämmerte es mir: Ich konnte nichts mehr riechen. Überhaupt nichts. Mir war vorher nie bewusst gewesen, wie sehr der Geruchssinn beim Kochen hilft. Ich musste umlernen und mich einzig auf meine Augen verlassen, was anfangs eine große Herausforderung war. ​Auch sonst war es kaum einfacher. Beim Anziehen war ich unsicher, ob meine Kleidung muffig roch, und war auf die Hilfe von Urs angewiesen. Er schnupperte nach und gab sein Urteil ab: "Go" oder "No-Go". Was ich jedoch am meisten vermisste, war der Geruch von Blumen. Den Gestank des frisch gedüngten Feldes vor der Wohnung vermisste ich hingegen keineswegs.  Dieses fehlende Sinneserlebnis schuf ein Gefühl der Isolation und ich fragte mich oft, ob der Geruchssinn jemals zurückkehren würde. Ich verzichtete bewusst auf Riechtrainings, da ich die ...

Essen gekocht

Eine warme Mahlzeit pro Tag. Das ist mein Ziel und daran hängt mein Ehrgeiz. Denn Kochen ist, was ich zu unserem gemeinsamen Haushalt beitragen kann. Maximal zwei Kochtöpfe kann ich handhaben. Die bittere Erfahrung ist, dass alles andere mein Gehirn überfordert und das Kochen in einem Disaster endet.  Gestern gab es Gemüserisotto mit einer zerzupften Salsiccia - alles im gleichen Topf zubereitet. Bereits am Nachmittag habe ich das Gemüse geschnippelt, die Salsiccia zerzupft und den Knoblauch gehackt. Danach brauchte ich erstmal eine Pause.  Kurz vor dem Essen rieb Urs den frischen Parmesan, den ich bereitgestellt hatte. Dann setzten wir uns gemütlich an den Tisch. Ein schönes Glas Wein gab es leider nicht dazu; nur anstossen und einmal nippen ist für mich noch möglich, da mehr zu rasenden Kopfschmerzen führt – etwas, das ich früher gar nicht kannte.  Nach dem Essen legte ich mich wieder aufs Sofa und freute mich über die saubere Küche, die Urs schon bald wieder hergestell...

Hochzeit gefeiert

Am Wochenende habe ich etwas Wunderschönes erlebt: Ein lieber Freund von uns hat geheiratet! Wir waren eingeladen und freuten uns sehr auf diesen besonderen Tag. Um meine Energie zu schonen, entschieden wir uns gegen die Fahrt mit der Gesellschaft im Doppeldeckerbus und fuhren stattdessen direkt zur Kirche. Eine bewegende Trauung war es und berührend, die beiden miteinander zu erleben. Beim anschliessenden Apéro konnten wir mit Bekannten anstossen und plaudern, dabei leistete mir mein bequemer Campingsessel mit Neigelehne einmal mehr gute Dienste. ​Schon um 19 Uhr lag ich wieder auf dem Sofa - erschöpft, aber glücklich. Am Sonntag war es wie bei einem Jetlag nach einer durchtanzten Nacht.  Ich war so müde, dass der Schlaf mich ständig übermannte. Doch am Montag kehrte meine Energie langsam zurück und ich war wieder auf meinem neuen normalen Niveau. Was für ein Erfolg! Ich war nicht für mehrere Tage ausser Gefecht gesetzt, mein Pacing hat funktioniert und die Ruhetage vor der Hoch...