Geissblatt erschnuppert
Der Tag, an dem ein Brot im Ofen verbrannte, war der Beginn einer seltsamen Erkenntnis. Zunächst schob ich es auf Unachtsamkeit, doch als mir das Essen immer häufiger verkohlte, dämmerte es mir: Ich konnte nichts mehr riechen. Überhaupt nichts. Mir war vorher nie bewusst gewesen, wie sehr der Geruchssinn beim Kochen hilft. Ich musste umlernen und mich einzig auf meine Augen verlassen, was anfangs eine große Herausforderung war.
Auch sonst war es kaum einfacher. Beim Anziehen war ich unsicher, ob meine Kleidung muffig roch, und war auf die Hilfe von Urs angewiesen. Er schnupperte nach und gab sein Urteil ab: "Go" oder "No-Go". Was ich jedoch am meisten vermisste, war der Geruch von Blumen. Den Gestank des frisch gedüngten Feldes vor der Wohnung vermisste ich hingegen keineswegs. Dieses fehlende Sinneserlebnis schuf ein Gefühl der Isolation und ich fragte mich oft, ob der Geruchssinn jemals zurückkehren würde. Ich verzichtete bewusst auf Riechtrainings, da ich die Situation akzeptieren wollte, anstatt mit geringer Erfolgsaussicht dagegen anzukämpfen.Doch dann, zweieinhalb Jahre nachdem ich meinen Geruchssinn verloren hatte, änderte sich alles. Ich ging einen bekannten Weg entlang und plötzlich, wie aus dem Nichts, nahm ich den Duft eines blühenden Geißblattes wahr. Es war ein überwältigendes Erlebnis, das Erinnerungen an wunderschöne Familienurlaube weckte. Tränen liefen mir über die Wangen. Ich konnte die Pflanze nicht sehen, aber ich roch sie.
Seit diesem Moment kann ich vertraute Gerüche wieder wahrnehmen, wenn auch nicht immer zuverlässig. Vor einer Weile sass ich in einer Teerunde, und während die anderen den Duft meines Pfefferminztees lobten, roch ich nichts. Trotzdem kann ich wieder aktiv mit meiner Umgebung in Verbindung treten, auch über die Nase.
* Text anhand diktierter Notizen mit Hilfe von KI verfasst
* Text anhand diktierter Notizen mit Hilfe von KI verfasst
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